Jeder Wohnprojektgruppe ist es unbedingt zu empfehlen: Erfolgreiche Beispiele nachbarschaftlichen Wohnens besuchen. So lässt sich am besten lernen, welche Ideen und auch Fehler bedacht werden wollen.

Wir haben den Pöstenhof in Lemgo besichtigt. Auf dem Gelände einer ehemaligen Konservendosenfabrik hat die örtliche Wohnungsbaugenossenschaft ein generationengerechtes Wohnprojekt umgesetzt.

Und was ist mir aufgefallen? Diese hinreißende Idee mit dem 2. Spion in der Tür!

Unseren kleinen Kindern teilen wir von Anfang an mit: “Öffne keinem Fremden die Haustür, wenn Du alleine bist.” Nur, wer hat sich schon mal Gedanken gemacht, wie der liebe Fratz denn herausfinden soll wer vor der Tür steht wenn er nix sehen kann? Und so hat man hier einfach einen zweiten Ausblick geschaffen. Der passt perfekt auch für jeden, der mit Rollstuhl unterwegs ist. Denn schließlich ist “Barrierefrei” weit mehr als die Türbreite von wenigstens 90 cm.

Die Bewohner sind so zufrieden mit dem Neubau, dass sie den Spruch prägten – angelehnt an das Lipper Autokennzeichen: LIP – Leben im Paradies.


 

Astrid Engel

Dipl. Ing. (FH) Architektin bei Quartierplaner
Ich bin selbständige Architektin und Quartierplanerin. In meiner Arbeit befasse ich mich mit Wohnprojekten und Mehrgenerationenhäusern. Ich nenne sie Nachbarschaftshäuser. Denn das ist für mich der zentrale Punkt, wenn es um neue, zeitgemäße Formen des Wohnens im 21. Jahrhundert geht: Raum zu schaffen für Individualität ebenso wie für nachbarschaftliches Miteinander. Wenn Sie Fragen dazu haben: Schreiben Sie mir an astrid.engel@nachbarschaftshaeuser.de. Ich freue mich darauf!
Astrid Engel