Wie sollen wir das bloß alles schaffen? Und in welcher Reihenfolge? Diese und ähnliche Fragen stellt sich wohl fast jeder, der sich an einer Initiative zum nachbarschaftlichen Wohnen beteiligt. Am besten, indem die unangenehmen Aufgaben und grundlegenden Strukturen von einem Experten erledigt werden. Und wie findet man den?

 

quartierplaner-1Qualifizierte Moderatoren werden ein neues Projekt nicht schönreden. So werden Elbphilharmonien gebaut, aber keine Nachbarschaftshäuser.

 

quartierplaner-2Gerade am Anfang ist es wichtig, für Öffentlichkeit zu sorgen. Ein guter Moderator identifiziert die geeigneten Medien und pflegt Kontakte zu Redakteuren und in Politik, Verwaltung und bis in die ortsansässigen Unternehmen hinein. Nur, wenn für Ernsthaftigkeit  in der  Wahrnehmung gesorgt ist, findet man passende Mitstreiter und Unterstützerstrukturen.

 

quartierplaner-3Gruppenbildung ist ein prima Stichwort. Zunächst treffen sich völlig fremde Menschen, die lediglich die Idee von gemeinschaftlichen Wohnformen vereint. Alle mit einem gänzlich unterschiedlichen Hintergrund und vielfältigen Erfahrungen. Wie soll daraus ein Erfolgs-Team werden? Die Mitglieder benötigen “Werkzeuge” und Anleitung, um sich selbst zu helfen. Dadurch können sie ihren eigenverantwortlichen Traum weiterentwickeln. Damit sie am Ende stolz auf ihre eigene Leistung sein können.

 

quartierplaner-4An der  Frage der Finanzierung scheiden sich häufig die Geister: Wie soll all diese Vorplanungstätigkeit, Moderation und Projektentwicklung um Himmels willen denn bezahlt werden? Selbst eine gut gefütterte Vereinskasse kommt da doch an Grenzen. “Kein Problem,” versichern da lautstark und gerne die “Projektentwickler” oder wie auch immer sie sich nennen, “Fördermittel, Fördergelder, Stiftungen, Fonds oder Beihilfen” gibt es reichlich. Da finden wir schon was.” Ja, genau: Die finden irgendwas. Aber selten das Passende. Schwups. Plötzlich, schneller als man mitdenken kann, steckt die Baugruppe in Verpflichtungen zu sehr speziellen Konzepten. Mit einem Mal hat das Wohnprojekt eine Färbung, die keiner so richtig wollte. Und die sich auch nicht gut anfühlt. Die Nachbarschaftshäuser werden nicht abgekoppelt vom Nutzer entwickelt, sondern mit den Bewohnern gemeinsam ein ausdrücklich auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Haus. Und wir finden zusammen den Weg, es zu finanzieren!

 

quartierplaner-5Und worüber reden wir, wenn die groben Strukturen entwickelt sind? Über das Wohnen natürlich! Wie werden Grundrisse flexibel? Wieviel Nähe zum Nachbarn ist noch schön? Welche Geschichte soll das Gebäude erzählen? Was macht Bauen teuer? Der richtige Moderator spricht die Sprache der Laien und drückt sich verständlich aus.  Und im Idealfall ist er Architekt.

 

Beratung, wie wir sie verstehen, erfordert ein breites Wissensfundament, weitreichende Fachkenntnisse und ganz besonders: Einfühlungsvermögen in die Zusammensetzung der Baugruppe.

 

 

Astrid Engel

Dipl. Ing. (FH) Architektin bei Quartierplaner
Ich bin selbständige Architektin und Quartierplanerin. In meiner Arbeit befasse ich mich mit Wohnprojekten und Mehrgenerationenhäusern. Ich nenne sie Nachbarschaftshäuser. Denn das ist für mich der zentrale Punkt, wenn es um neue, zeitgemäße Formen des Wohnens im 21. Jahrhundert geht: Raum zu schaffen für Individualität ebenso wie für nachbarschaftliches Miteinander. Wenn Sie Fragen dazu haben: Schreiben Sie mir an astrid.engel@nachbarschaftshaeuser.de. Ich freue mich darauf!
Astrid Engel