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Wilfried Naber ist glücklich, seinen Traum vom Wohnen gegen alle Widerstände und Zweifler umgesetzt zu haben. Sicherheit gegenüber Immobilienspekulanten mitten in einer bezaubernden Stadt ist heutzutage ein kaum zu unterschätzender Gewinn. Und dieses Haus ist nachhaltig geschützt gegen solche Begehrlichkeiten. Wichtiger als ein neuer Farbanstrich ist das gute Auskommen von Jung und Alt und das „Aufgefangen sein“ in der Gemeinschaft.

Potsdam Innenstadt, Heinrich-Mann-Allee: Hier hat sich ein Wohnprojekt etabliert, dessen   Grundstück gegenüber Investoren unverkäuflich und damit der Spekulation entzogen ist. Das Wirtschaftsmagazin „enorm“ widmete ihm eine Reportage, die hier vollständig nachgelesen werden kann: Bei den 23 Riesen funktioniert vieles etwas anders und doch typisch, wie der Autor Philipp Wurm nachweist.

„Damit sich Baugemeinschaften millionenschwere Projekte überhaupt leisten können, gibt es in Deutschland gemeinnützige Vereine und Stiftungen, die auf die Förderung alternativer Wohnmodelle spezialisiert sind.“

quartierplaner-1 Baugruppen / Wohnprojekte suchen innovative gesellschaftliche Ansätze. Dazu sollte auch die Überlegung der „Allmende“ gehören. Grund und Boden ist Gemeingut. Man kann ihn nutzen, muss ihn aber nicht besitzen. Eigentümer sollte die Kommune sein oder eine Stiftung mit bodenpolitischen Zielsetzungen, wie die Stiftung trias aus Hattingen.

quartierplaner-2 Über einen Erbbaurechtsvertrag können die Ziele der Gruppe gesichert werden. Der „Zweckparagraf“ des Erbbaurechts bietet hierzu die besten Möglichkeiten.

quartierplaner-3 Der Erbbauzins fließt über 99 Jahre an den Grundstückseigentümer. Damit ist gesichert, dass die „Bodenrente“ bei der Allgemeinheit bleibt, nicht bei einer Einzelgruppe.

quartierplaner-4 Realistischer Weise ist zuzugeben, dass Engagement auch nachlässt, manchmal verschwindet. Über den Erbbauzins wird zumindest materiell auf Dauer etwas weitergegeben.

quartierplaner-5 Die Erbbaurechtskonstruktion strahlt aus: Wir denken nicht nur an unser Haus, sondern engagieren uns über die Grundstücksgrenzen hinaus. Geleistete Hilfe, ob Arbeit, Geld, Zinsverzicht oder sonstiges Engagement wird nicht schleichend privatisiert sondern bleibt der Idee erhalten.

Mal ganz im Ernst: Gibt es irgendeinen ernstzunehmenden Grund, der gegen diese Vorgehensweise spricht? Warum ist dieser Weg nicht der Normalfall?